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CD-Review: Heart of Cygnus – Over Mountain, Under Hill

Über Heart of Cygnus wurde hier schon öfters berichtet, unter anderem durfte ich schon ein Interview mit Heart of Cygnus-Gitarristen Jeff Lane führen. Vor einigen Wochen ist endlich ihre zweite CD “Over Mountain, Under Hill” erschienen. Meine Erwartungen wurden übertroffen – musikalisch, technisch und in der Produktion haben Heart of Cygnus es geschafft – trotz der hohen Messlatte von Utopia – nochmal richtig Gas zu geben.

Auf dem zweiteiligen Titeltrack, bestehend aus “Over Mountain” und “Under Hill”, hört man sofort, dass es sich um Heart of Cygnus handelt: Geniale Songstrukturen, Riffs aller erster Klasse und wunderschöner epischer Gesang, vermischt mit den Schlagzeug-Beats von Jim Nahikian, die jede Melodie und jeden Song auf den Punkt bringen, ergeben nur einen kleinen Teil des geheimen Heart of Cygnus-Rezepts, das jeden musikalischen Genießer auf der Stelle süchtig macht.

Die Songs sind nicht mehr ganz so eingängig wie die auf Utopia und auch an Härte wurde ordentlich zugelegt. Der Gain-Regler wurde etwas weiter aufgerissen, sodass sich die Gitarren mehr nach 80′er-Jahre Legenden Metal als nach 70′er Hard Rock anhören. Keyboards kommen nicht mehr so vordergründig zum Einsatz, obwohl die 2 Musikhexer aus California mit einem (halb-)orchestralen Arrangement auf dem Track “The Mountain King” (der über 9 Minuten lang ist) auf voller Linie mit ihren hohen musikalischen Künsten zu überzeugen wissen.

Auf dem Instrumental “The King and His Steed” glänzt Jeff Lane mit einer harten und extrem präzisen Rhythmusarbeit, auf deren Basis sich seine kreativen Gitarrenextasen superwohl fühlen – so hört es sich zumindest an!

Ein weiterer Höhepunkt auf dem Album ist das achtminütige Epos “Lost at Sea”, das alles zu bieten hat, was man sich als Gitarrist nur wünschen kann – wunderschöne Akustik-Gitarren, raffinierte E-Gitarren-Riffs, verziert mit einzigartigen Soli und einer langen und genial angelegten Instrumental-Orgie, bei der es Dream Theater-, wie Rush-, Queen- und Iron Maiden-Fans warm um’s Herz wird. Das Outro ist auch extrem gut gelungen: Eine total schöne Clean-Gitarre mit Phaser mündet in einem bombastischem Solo, das ganz am Ende des Songs, wo man einen normalen, entspannten Abgang erwartet, nochmal in einem Höhepunkt mündet. Genial!

Ich wollte mich bei diesem Review eigentlich bemühen, Wortwiederholungen zu vermeiden, aber ich finde kein anderes Wort, das so gut auf die Musik von Heart of Cygnus passt, wie “genial“!

Deshalb möchte ich noch kurz den Song “Black Riders” erwähnen, der – ja… richtig genial ist. Textlich ist er scheinbar vom Herrn der Ringe inspiriert und musikalisch – was soll man sagen… Ich finde, dass hier Jeff’s vielseitige Stimme extrem gut zum Ausdruck kommt. Heart of Cygnus haben eben überall angezogen: Nicht nur Gitarren-, Bass-, Keyboard/Synth- und Drumeinsatz zeigen einen weiteren Schritt nach vorne, sondern eben auch Jeff’s Stimme, die er noch (!!!!) besser zu beherrschen scheint als auf Utopia.

Ich freue mich auch sehr darüber, dass die Lieder auf “Over Mountain, Under Hill” deutlich länger ausgefallen sind, als die auf dem letzten Album, wo ich nach dem Hören immer traurig war, dass die Lieder so schnell aus waren. (Nicht, dass sie unvollständig geklungen hätten, sie waren natürlich einfach nur extrem kurzweilig, was hier nicht anders ist – nur, dass sie länger sind)

Insgesamt und zusammenfassend reicht glaube ich der Wortschatz aller Sprachen auf dieser Welt nicht aus, um die außerordentlichen Leistungen von Jeff und Jim zu beschreiben – ich versuche es trotzdem mal mit nur 3 Wörtern: Viel zu genial.

Behaltet den Namen “Heart of Cygnus” gut im Gedächtnis – diese Band ist die größte Hoffnung der modernen Musikkultur.

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