Wie man als Musiker mehr Gigs für seine Band besorgt 01.04.2009

Hinführung zum Musik-Business in 7 Schritten.

Teil 4: Wie man als Musiker am besten mehr Gigs für seine Band besorgt

Liebe Gitarren-Blog-Leser,
herzlich willkommen zum vierten Teil der Serie „Ein Insider packt aus! Hinführung zum Musik-Business in 7 Schritten. Nur für Gitarrenblog-Leser!“. Heute mit dem Thema, “Wie man als Musiker am besten mehr Gigs für seine Band besorgt“.

Live-Auftritte, auch genannt ‚Gigs‘, werden für Bands heutzutage immer wichtiger. Der Grund ist, dass das Live-Geschäft momentan relativ stabil, also gut läuft. Mit Musik-Aufnahmen allein Geld zu verdienen, ist im Jahr 2009 sehr schwierig. Um das Thema kümmern wir uns dann nächste Woche.

Jetzt erstmal zu den Auftritten. Wie kriegt man eigentlich Auftritte für seine Band? Na klar: man ruft natürlich bei Veranstaltern und Clubs an und tritt mit denen in Kontakt. Für Bands, die schon weiter sind, empfehle ich, einfach mal Kontakt mit einigen Booking-Agenturen aufzunehmen und herauszufinden, wie die Lage ist und ob eure Band möglicherweise schon bereit dafür ist, dass eine Booking-Agentur für euch Auftritte besorgt. Denkt daran: immerhin verdienen diese Agenturen daran Geld. Daher gibt es dort manchmal mehr Interesse an euch als Band, als ihr zunächst vermutet.

Für alle Bands, die bisher noch selbst buchen: Erstmal kommt es natürlich darauf an, was für eine Band ihr seid. Das bedeutet: „Begeistert ihr auch Zuschauer in live, die ihr vorher noch nicht persönlich kanntet?“. Wenn ihr diese Frage mit ‚ja‘ beantworten könnt, dann wird es Zeit, euch viele, gute Live-Auftritte zu besorgen.

Live-Auftritte besorgen kann jeder, der sich damit etwas Mühe gibt und viel Zeit am Telefon verbringt. Diese Aufgabe ist gerade am Anfang sehr zeitaufwändig und ihr solltet euch unbedingt vorher Gedanken darüber gemacht haben, welches ‚Informations-Paket‘ ihr zum Veranstalter sendet, um ihn zu einem Auftritt von euch zu überzeugen. Ich empfehle euch dazu ganz dringend, dass ihr eure Band-Info anders gestaltet, als es die meisten Bands tun! Denn die meisten Musiker haben absolut keine Ahnung, was sie da eigentlich machen. Und seit Jahren schreibt jede Band … ziemlich Gedankenlos … von anderen Bands ab.

DIE Kern-Frage, mit der ihr ca. 90% aller Bands sofort aus dem Rennen werfen könnt, wenn ihr euch darüber intensive Gedanken macht und zu eine kreativen Lösung kommt, lautet: „Was interessiert DAS PUBLIKUM. Und was interessiert DEN VERANSTALTER?“.

Der Trick dabei, den viele Musiker nicht kennen, ist folgender: jeder Mensch möchte zunächst gerne wissen, was ER bekommt. … Und nicht in erster Linie, was eure Band bietet.
Das bedeutet: Formuliert eure Band-Info und euer Anschreiben an den Veranstalter SO, dass sofort klar wird, welche Vorteile euer Publikum … und natürlich der Veranstalter davon hat, wenn er genau euch bucht.

Viel zu viele Bands eröffnen eine Kontaktaufnahme mit einer Beschreibung, die in etwa so geht: „Unsere Band wurde gegründet im Jahr … von … und unser Musikstil ist …“. Aber genau das ist dem Veranstalter UND dem Publikum erstmal egal!

Die Methode, viele Gigs zu bekommen lautet also: Denke daran, was deine Partner (Publikum, Veranstalter) davon haben, dass ihr dort spielt. Und dann erkläre denen genau ihre Vorteile.

… WAS, du weißt noch gar nicht, was ein Veranstalter eigentlich von einer guten Band erwartet? Dann ruf schnell mal einen Club an und frag einfach nach! Jeder gute Deal … und einen Gig zu vereinbaren ist eine Art Deal … beginnt damit, zu forschen, was der andere möchte. Das ist eine einfache Taktik, die alle guten Verkäufer anwenden. Und natürlich auch alle guten Band-Booker.

Sobald ihr also eine überzeugende Live-Band seid und eine Band-Info habt, die sich von der Masse der … unüberlegten … Band-Infos unterscheidet, fällt das Booking sofort wesentlich leichter.

Ab dann heißt es ‚dran bleiben‘. Am besten machst du dir eine detaillierte Liste, auf der du jeden Club-Namen, Ansprechpartner, Datum des letzten Telefonates und natürlich das Ergebnis notierst.

Deine Liste, die beim Telefonieren direkt vor dir liegt, sieht dann so aus:

Club 1 | Telefonnummer | Personenname | Datum | Ergebnis
——————————————————————-
Club 2 | Telefonnummer | Personenname | Datum | Ergebnis
——————————————————————-
Club 3 | Telefonnummer | Personenname | Datum | Ergebnis

… und so weiter!

Tipp:

Ich empfehle dir, mit vielen Clubs zu telefonieren und vorher mindestens mit einem professionellen Booker zu sprechen. Rufe einfach mal bei einer Booking-Agentur an und frage jemanden dort, ob er so nett wäre und dir noch ein paar Tipps gibt, wie du am besten Auftritte besorgst. Einigen Firmen wird das zwar nicht so recht sein, aber mit etwas Mühe und ein paar Versuchen wirst du jemanden finden, der so nett ist und dir noch mal persönlich … und aus der Sicht eines professionellen Bookers … sagt, wie der Hase läuft.

Denke bitte daran, dass du in dem Moment, wo du eine Live-Band anbietest, eine Art von ‚Verkauf‘ durchführst. Das bedeutet, in diesem Moment bist du … egal, wie alt du bist … ein Unternehmer! Du unternimmst etwas. Und hier kommt vielen Menschen ein großes Problem in die Quere: viele Leute haben Angst, einen Fehler zu machen.

Ich bestätige dir hiermit, dass es als Unternehmer … also auch als Musiker, der mit seiner Band andere Leute begeistern möchte … wichtig ist, sich selbst auch Fehler ‚zu genehmigen‘! Den Mut zu haben, auch mal einen Fehler zu machen ist eine der elementarsten Fähigkeiten jedes guten Unternehmers.
Das bedeutet natürlich nicht, dass du immer den gleichen Fehler machen sollst. DAS wäre ziemlich doof von dir. Es bedeutet aber, dass du auch mal etwas riskieren musst, um deine Band nach vorne zu bringen.

Konkret:

Rufe einfach mal einen Booker an. Auch, wenn dir vielleicht der Ansprechpartner in der ersten Agentur an den Kopf feuert: „Hey, ich verrate dir doch nicht meine Tricks!“. Spätestens beim 10ten oder 20sten dieser Anrufe, wirst du deinen ersten Erfolg mit deinem Durchhaltevermögen haben. Und sobald du dann mit einem freundlichen Profi-Booker über das Booking deiner Band gesprochen hast … und sofort nahezu allen anderen Bands (die sich das nämlich nicht trauen) um MEILEN voraus bist … wirst du wissen, warum du sehr gerne auch mal ein paar Fehlschläge einstecken kannst. Fehler sind absolut kein Problem. Mache viele Fehler, dann wirst du auch viele Erfolge dabei haben! … Wenn du allerdings Angst hast, und dann gar nichts oder nur sehr zögerlich Dinge machst, werden auch keine bemerkenswerten Erfolge dabei rumkommen.

=> Diese Methode kannst du beim Booking bestens ausprobieren! Teste einfach mal. Du wirst sehen: es funktioniert!
Andere Bands werden verblüfft sein, wie ihr es auf einmal schafft, so viele Gigs zu kriegen.

Noch mal in Kurzform zusammengefasst. Die wichtigsten Elemente, um für deine Band am besten mehr Gigs zu besorgen:

Eine gute Live-Band (ist ja klar. Eine miserable Band kann selbst ein Profi-Booker nirgendwo vernünftig unterbringen.)

* Eine gut durchdachte, kreative Band-Info, die auf die Vorteile des Publikums und des Veranstalters abzielt! Bitte KEINE ‚reine Selbstdarstellung‘ machen. 90% aller Bands versuchen das … hör dich mal etwas um, was dabei herauskommt. Dann weißt du sofort, weshalb du es anders und besser machen solltest. ?Siehe dazu auch, Thread bei Musiker-Board.de „Pressemappe gestalten“. Hier ist der direkte Link: http://www.musiker-board.de/vb/musikbusiness-recht/316714-pressemappe-gestalten.html#post3630832

Durchhaltevermögen und die ‚Genehmigung‘, die du dir selbst gibst, auch mal Fehler machen zu dürfen. Denk einfach daran: Wenn du Gigs besorgst, bist du Unternehmer. Als Unternehmer brauchst du die Fähigkeit, dich mehr zu trauen, als die meisten anderen Leute. Du unternimmst etwas. Du riskierst auch mal einen Fehlschlag.

* Bei deinem ganzen Vorgehen solltest du darauf achten, dass du für deine Band auch wirklich guten Gewinn rausholst und die Band nicht zu billig hergibst‘.

Mehr zu diesem speziellen Thema gibt es übrigens in meinem Buch: „Bandologie – wie man als Musiker seine Band zum Erfolg führt“. Sollte dich dieses Thema näher interessieren, schau dich am besten einfach mal auf der Webseite um: www.bandologie.de

Dort findest du weitere, Gratis-Informationen zu dem Thema, wie du deine Band am besten auf Erfolgskurs bringst. Und natürlich kannst du dort auch das Buch direkt bestellen. Übrigens gibt es das Buch auch von mir persönlich vorgelesen, als Hörbuch.

Das war es für diese Woche. Nächste Woche geht es weiter mit Folge fünf der Serie: “Wie man sich als Musiker am besten einen Plattenvertrag holt und
was man davon erwarten kann”.

Bis nächste Woche!
Alles Gute und beste Grüße
Nils Kolonko / www.bandologie.de


So produziert man gute Demos – Tipps & Tricks für Gitarristen 11.03.2009

Hinführung zum Musik-Business in 7 Schritten.

Teil 1: So produziert man gute Demos – Tipps & Tricks für Gitarristen

Herzlich willkommen zu der Blog-Serie „Hinführung zum Musik-Business in 7 Schritten“. Mein Name ist Nils Kolonko, ich habe als Musiker über 100 Live-Shows gespielt und diverse Studio-Produktionen mitgemacht. Zudem habe ich 5 Jahre lang direkt im Musik-Business gearbeitet. Unter anderem war ich Produktmanager bei einer großen Plattenfirma. Das Thema ‚Musik-Business‘ werde ich euch in den kommenden Beiträgen noch näher erklären.

Jetzt erstmal zur Demo-Produktion:

Um ein richtig gutes Demo zu produzieren, brauchst du im Wesentlichen vier Dinge:

  1. Die Fähigkeit, etwas einzuspielen oder gemeinsam mit deiner Band Musik zu machen
  2. Das passende Equipment. In den meisten Fällen also einen Computer mit einer Soundkarte und einem so genannten Sequenzer, also einem Musik-Produktionsprogramm.
  3. Einige tontechnische Kenntnisse.
  4. Die nötige Motivation, das Demo auch wirklich ‚richtig gut‘ zu machen!

Dass du etwas einspielen kannst, setze ich bei dieser Sache mal voraus. Direkt weiter zu dem Equipment: Heutzutage benutzt man für eine Demo-Produktion natürlich normalerweise einen Computer. Dazu empfehle ich dir ein so genannte ‚Audio-Interface‘. Von diesen Geräten gibt es unzählige auf dem Markt. Am besten fragst du bei dem Musikhändler deines Vertrauens danach. Falls du Profi-Musiker werden möchtest(?), empfehle ich dir ein Audio-Interface der Firma ‚Digidesign‘ zu besorgen. Diese Geräte sind teurer als die meisten anderen, allerdings bewegst du dich damit auch sofort in der ‚Profi-Liga‘. Natürlich kannst du auch mit allen anderen Geräten etwas aufnehmen.

Ein Geheimtipp für eine kostengünstige Musikproduktions-Software, also ein so genannter Sequenzer, ist das ‚Reaper‘ von der Firma Cockos Inc. www.reaper.fm Auf der Webseite gibt es eine voll funktionstüchtige, kostenlose Testversion! :)

Kostenlose Video-Tutorials zu diesem Programm gibt es übrigens ebenfalls. Und zwar hier.

Zum Thema ‚Tontechnik für Einsteiger‘ findest du eine ganze Menge kostenloser Infos im Internet. Beispielsweise gibt es ein umfangreiches Forum auf www.homerecording.de

Zudem kannst du natürlich bei Bedarf ein Buch darüber lesen, oder ein Seminar besuchen. Am besten ist natürlich, wenn du jemanden in deinem Bekanntenkreis hast, der dir einige Tipps und Tricks zeigen kann. Ich empfehle dir, auch in diesem Bereich ‚zumindest etwas‘ Geld auszugeben! Überleg mal, wie viel Geld du für eine Gitarre und einen Verstärker und vielleicht auch noch für Software ausgibst. Das meiste Wissen dazu, beispielsweise im Bereich Tontechnik, kannst du für wenig Geld erwerben. Als ich etwas jünger war, habe ich zu wenig Geld dafür ausgegeben. Dadurch habe ich wesentlich länger gebraucht, um mich in den Bereich Tontechnik einzuarbeiten.

Der vierte Punkt ist genau genommen der wichtigste! Du musst absolut motiviert sein, etwas ‚richtig gutes‘ auf die Beine zu stellen! Das beste Equipment und die schönste Spieltechnik bringen dir nur wenig, wenn du nicht den Anspruch hast, dass am Ende alles richtig toll klingen soll! Ein häufiges Problem bei Musikern ist die ‚Motivation‘. Dieser Begriff kommt übrigens von dem Wort ‚Motiv‘. Das bedeutet, die Musiker haben ein etwas unklares Ziel vor Augen. Wenn du ein Demo aufnimmst, brauchst du ein klares Ziel! Nimm dir etwas vor. Zum Beispiel wie gut das Demo werden soll, oder was du damit erreichen möchtest. Und dann arbeite so planvoll wie möglich daran, dass du dein Ziel erreichst! Planung ist ‚das Werkzeug der Profis‘. Und es macht auch deine Demo-Produktion wesentlich einfacher. So wirst du viel mehr Spaß mit deinem neuen, selbst produzierten Demo haben!

So weit der kurze Einstieg in dieses Thema, Musikproduktion.

Wenn du mehr darüber lesen möchtest, habe ich für alle Interessierten noch ein sehr umfangreiches PDF geschrieben, dass du dir auf meiner Webseite, www.bandologie.de, kostenlos herunterladen kannst!

Hier ist der direkte Link:

http://www.bandologie.com/MP3/Wie_man_ein_professionelles_Demo.pdf

Und falls du zu faul zum Lesen bist … auch kein Problem. Denn ich habe das Ganze auch noch mal vorgelesen. Die Aufnahme kannst du unter folgendem Link einfach als MP3 herunterladen:

http://www.bandologie.com/MP3/200808_Bandologie_Gratisdokument_01_Demoproduktion.mp3

Übrigens werden in diesem PDF ganze 42 Fachbegriffe zum Thema Musikproduktion leicht verständlich erklärt! Ich wünsche dir viel Spaß damit und bis zum nächsten Blog-Eintrag! Nächste Woche mit dem Thema „Wie man als Musiker am besten den richtigen Proberaum für seine Band findet”

Alles Gute und beste Grüße

Nils Kolonko / www.bandologie.de

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