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Skalen transponieren und selbst erstellen

Im Rahmen dieser kleinen Lektion möchte ich euch zeigen, wie ihr ganz einfach Skalen selbst erstellen, bzw. transponieren, könnt. Erstmal zu dem, was ihr braucht, um diatonische Skalen und deren Patterns zu transponieren:

  1. Eine Skala als Vorlage
  2. Ggf. ein Diatonik-Tool

Das, was ich euch zeigen werde, gilt allgemein für alle diatonischen Modi (Ionisch (Dur), Dorisch, Phrygisch, Lydisch, Mixolydisch, Äolisch (Moll), Lokrisch). Alle Beispiele werde ich anhand der E-Moll-Tonleiter erklären, da diese die einfachste Skala für jeden Gitarristen sein dürfte. Ihr braucht keine Noten lesen können. Es wäre aber hilfreich, wenn ihr die Noten auf dem Griffbrett kennen würdet.

Grundlagen

Die Töne, die in einem Song, einem Thema oder in einem Riff vorkommen, bestimmen zusammen mit dem Grundton (zur BESTIMMUNG der Tonart schreibe ich evtl. einen extra Beitrag) dessen Tonart. Zu dieser Tonart gibt es einen Tonvorrat, der vorgibt, welche Töne in Verbindung mit der jeweiligen Tonart vorkommen dürfen, damit es keine schiefen Töne gibt. Organisiert man diesen Tonart zu einem Grundton, erhält man eine Tonleiter.

Auf jede Tonart kann man dessen Tonleiter und Parallelskalen anwenden. Parallelskalen sind Tonleiter, die sich aus dem selbem Tonvorrat ergeben, aber einen anderen Grundton haben.

Sehen wir uns doch mal die E-Moll-Skala an: Die Tonleiter lautet wie folgt:

e – f# – g – a – h – c – d – e

Diese Tonleiter sehen wir rot markiert in folgender Abbildung:

E-Moll-Skala
[Zum Vergrößern klicken!]

Die Grafik stellt das Griffbrett vom 1. bis zum 15. Bund dar. Die roten Punkte zeigen die Töne an, die aus dem Tonvorrat der E-Moll-Tonleiter stammen.

Wenn wir uns Georgs Diatonik-Tool ansehen, so erfahren wir, dass die Modi F#-Lokrisch, G-Dur, A-Dorisch, H-Phrygisch, C-Lydisch und D-Mixolydisch den gleichen Tonvorrat haben wie E-Moll. Das sind also die Paralleltonarten von E-Moll.

Dazu braucht man natürlich kein Diatonik-Tool, denn wer die Stufenfolgen der verschiedenen Modi kennt, kann sich die Paralleltonarten von E-Moll auch aus der E-Moll-Tonleiter, bzw. dem Griffbrett ableiten:

E-Moll Paralleltonart G-Dur aus Tonleiter ableiten

Wir kenn die E-Moll-Tonleiter: e – f# – g – a – h – c – d – e

Jetzt nehmen wir diesen Tonvorrat und legen ihn nach dem Grundton g aus:

g – a – h – c – d – e – f# – g

Da wir ja wissen (sollten), dass der ionische Modus (also Dur) seine Halbtonschritte zwischen der 3. und 4. Stufe, sowie der 7. und 8. Stufe hat, erkennen wir sofort, dass in E-Moll die G-Dur-Tonleiter praktisch enthalten ist:

g – a – [h - c] – d – e – [f# - g]

G-Dur-Skala-Tonleiter
[Zum Vergrößern klicken!]

Und genau so funktioniert das mit den anderen Modi auch. Die Arbeit kann man sich aber sparen, in dem man, wie gesagt, das Diatonik-Tool verwendet.

Von E-Moll zu F#-Moll

Weil die Gitarre nach Halbtonschritten aufgebaut (und nicht wie das Klavier nach der C-Dur-Tonleiter) ist, kann man kinderleicht Skalen transponieren. Als Grundlage nehmen wir, wie vorhin, die E-Moll-Tonleiter. Dabei gehe ich jetzt gar nicht auf die Theorie ein, sondern wirklich nur auf den praktischen Einsatz.

Es ist wirklich sehr, sehr leicht. Der obige Tonvorrat beinhaltet zum Grundton E die E-Moll-Skala:

E-Moll-Skala

Moll ist immer nach der selben Stufenfolge (Position der Halbtöne, bei äolisch Moll: 1-½-1-1-½-1-1) aufgebaut, deshalb können wir ganz einfach unseren Tonvorrat um 2 Halbtöne nach oben, bzw. 2 Bünde nach rechts verschieben, um die Tonleiter und den Tonvorrat von F#-Moll zu erhalten:

Zur Erinnerung nochmal die E-Moll-Tonleiter…

e-moll

…die wir nun zu F#-Moll transponiert haben:

fis-moll

Die roten Punkte sind wieder die Tonleiter, die weißen Punkte stellen die Punkte dar, die zu E-Moll gehören, sich aber mit F#-Moll nicht decken, und die schwarzen und roten Punkte zusammen bilden den Tonvorrat.

Wir erkennen auch wieder sofort, dass A-Dur die parallele Dur-Tonart zu Fis-Moll ist.

Natürlich funktioniert das Ganze auch mit Dur (ionisch) und den anderen Modi.

Ich hoffe ich konnte diese Grundlagen der Harmonielehre verständlich vermitteln. Ich habe sie auch erst vor Kurzem begriffen, nachdem ich meinen Gitarrenlehrer mit Fragen bombardiert habe.

Bitte auch gerne nachfragen. :)

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Categories: Lektionen.

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8 Responses

  1. Hi Macks,

    für mich sind das noch ein paar Fremdworte zu viel. So wie ich das sehe muss ich mich künftig ein bisschen mehr mit der Theorie beschäftigen.

    Gruß,
    Bernd

  2. Hallo Bernd.

    Welche Begriffe verstehst du denn nicht?
    Ich würde noch einen Anhang machen, in dem ich die Fremdwörter erkläre.

    Lg,
    Macks

  3. Guter Artikel über die Diatonik, eigentlich ist es doch einfach :-)

  4. Hei Mäcks,voll das pädagogische potenzial !

    Wirklich sehr gut rübergebracht !

    Was jetzt noch wichtig zu wissen wär,
    wie kriegt man raus,welche Scalen passen zu welchen Akkorden?

    Oder benutz ich dafür dass Diatonik-Tool ?

    PS:

    Was hat es mit der 6.Stufe auf sich,bei der man die Paralleltonleiter erfassen kann?
    Hab da mal irgenwo was gelesen.

    Greetz,Jey

  5. Hallo Jey,

    das freut mich aber. Habe schon ein bisschen an der pädagogischen Qualität gezweifelt, weil es nicht allzu viel Feedback gegeben hat. :)

    Das Diatonik-Tool sagt dir, welche Skalen zu welchen Akkorden passen (und umgekehrt).

    Man kann es sich aber auch selbst herleiten. Ich möchte jetzt hier nicht auf Akkordaufbau eingehen, denn das würde den Rahmen eines Kommentars sprengen. Dazu schreiben ich nochmal einen Extra-Artikel, wenn ich das selbst alles verstanden habe. :)

    Grundsätzlich musst du nur schauen, welchen Tonvorrat die Akkorde bilden. Wenn sich dann dabei eine dir bekannte Tonleiter ergibt, die auf den Tonvorrat passt, kannst du sie verwenden.

    Bei einem Akkordfolge von G-Dur, C-Dur, E-Moll ensteht z.B. folgender Tonvorrat: g, h, d, c, e. Alle diese Töne kommen in E-Moll vor, deshalb kannst du über oben genannte Akkordfolge E-Moll oder eine Parallelskala verwenden.

    Wenn man im Zusammenhang mit einer Tonleiter von Stufen spricht, dann meint man die Reihenfolge der Töne, um es mal ganz banal auszudrücken. :mrgreen:
    Wenn wir z.B. die C-Dur Tonleiter haben (c-d-e-f-g-a-h(-c)), dann ist die erste Stufe c, die 2. Stufe d, die 3. Stufe e usw.. Die 8. Stufe ist logischerweise wieder c, weil das ja dann die Oktave ist.
    Wenn du jetzt die E-Moll Tonleiter nimmst, dann ist die 6. Stufe C. Wenn du jetzt vom Ton C aus die E-Moll-Skala (zum Grundton C) spielst, spielst du C lydisch.
    Denn C ist die parallele lydische Tonart zu E-Moll.

    Lg,
    Macks

  6. mir is noch eingiges unklar was is denn die paralelle c ist es e und die para. von a ist die c hab ich das richtig verstanden

    strango13. Oktober 2008 @ 20:24
  7. Hey danke für die guten Lektionen. ^^



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